Bereitstellungszinsen: Was Bauherren und Immobilienkäufer wissen sollten
Bei einer Baufinanzierung richtet sich der Blick meist auf den Sollzins und die monatliche Rate. Ein Kostenpunkt gerät dabei oft in Vergessenheit – und kann am Ende eine vierstellige Summe ausmachen: die Bereitstellungszinsen. Wer Kauf, Bau oder Modernisierung clever plant, hält diese Kosten gering.
Was sind Bereitstellungszinsen?
Wird ein Darlehen bewilligt, aber nicht sofort in voller Höhe ausgezahlt, hält die Bank den noch offenen Betrag für Sie bereit. Genau dieses Bereithalten lässt sich das Kreditinstitut vergüten – über die sogenannten Bereitstellungszinsen. Typisch ist das bei Neubauten, bei noch in Bau befindlichen Immobilien oder wenn ergänzende Maßnahmen wie eine Solaranlage erst zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden. Die Auszahlung erfolgt dann in mehreren Schritten, etwa nach Baufortschritt.
Wann fallen sie an?
Den meisten Darlehen liegt eine bereitstellungsfreie Zeit zugrunde – ein Zeitraum, in dem noch keine Bereitstellungszinsen berechnet werden. Je nach Bank und Verhandlung liegt diese häufig zwischen drei und zwölf Monaten. Erst danach beginnt die Uhr zu ticken: auf den noch nicht abgerufenen Teil des Darlehens werden Zinsen fällig.
Wie hoch sind sie?
In der Regel berechnen Banken rund 0,25 % pro Monat, also etwa 3 % pro Jahr, bezogen auf den noch nicht ausgezahlten Betrag. Bei 100.000 Euro offenem Darlehen sind das rechnerisch rund 250 Euro im Monat – Geld, das ohne Gegenwert abfließt, wenn die Auszahlung sich verzögert.
Abgrenzung zur Annuität
Wichtig zu verstehen: Bereitstellungszinsen sind nicht Ihre normale Kreditrate. Die reguläre Annuität setzt sich aus Sollzins und Tilgung zusammen und wird auf den bereits ausgezahlten Betrag berechnet. Die Bereitstellungszinsen kommen währenddessen zusätzlich auf den noch offenen Teil obendrauf – eine doppelte Belastung in der Bauphase, die in der Liquiditätsplanung berücksichtigt werden sollte.
So halten Sie die Kosten gering
Mit etwas Planung lassen sich Bereitstellungszinsen deutlich reduzieren:
- Verhandeln Sie eine möglichst lange bereitstellungsfreie Zeit – das ist oft Verhandlungssache und vergleichbar zwischen Anbietern.
- Stimmen Sie Ihren Auszahlungsplan realistisch auf den tatsächlichen Bau- bzw. Projektfortschritt ab.
- Rufen Sie bereitstehende Beträge zügig ab, sobald Leistungen erbracht und fällig sind.
- Vergleichen Sie Finanzierungsangebote nicht nur nach Sollzins, sondern auch nach den Konditionen für die Bereitstellung.
Fazit
Bereitstellungszinsen sind ein vermeidbarer Kostenfaktor – vorausgesetzt, man kennt sie und plant von Beginn an mit. Gerade bei Immobilienprojekten mit mehreren Bauabschnitten oder ergänzenden Vorhaben wie einer Solaranlage lohnt sich ein genauer Blick auf den Auszahlungsplan. Boka Immobilien und Solar begleitet Sie dabei, Ihr Vorhaben von der Finanzierung bis zur Umsetzung durchdacht aufzustellen. Sprechen Sie uns gern an.
Die Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Finanzierungsberatung.
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